Peter Almássy Was für eine Biographie!
In Baden geboren, zum Zeichnen und Malen bestimmt, besucht der junge Peter Almássy in Wien die Akademie am Schillerplatz. Er studierte Abendakt bei Prof. Herbert Böckl. Ein finanzielles Standbein sichert er sich als Werbegraphiker. Schon hat er vier Semester absolviert, da verunglückt sein Vater tödlich.
Zur persönlichen Tragik kommen wirtschaftliche Probleme. Jetzt muss der Sohn "etwas Ordentliches tun", mahnt seine Mutter. So tritt Peter Almássy in die Casinos Austria AG. ein. Dort findet er nicht bloß seinen Brotberuf, sondern er wird mit Phantasie und Energie ein erfolgreicher leitender Manager. Sein weg führt ihn zu Stationen in Österreich, dazu für sechs Jahre nach Griechenland, ein Glücksland für ihn, der das Licht des Südens so intensiv erlebt.
Er hat nie aufgehört, an Kunst und Malerei zu denken, ohne auch nur eine Sekunde seinen Beruf zu vernachlässigen. Er versteht es eben, mit dem kostbaren Budget, das es gibt, mit seinem Zeitbudget bewusst umzugehen. Auch das ist Kunst.
Arnold Schönberg soll gesagt haben: Kunst kommt von können, Kunst kommt von müssen. Peter Almássy muss zeichnen und malen. Er eignet sich Techniken an und kultiviert sie. Für komplizierte Ölmalerei reicht die freie Zeit nicht. Er verlegt sich auf Tempera. Max Weiler, den er als kompromisslose Künstlerpersönlichkeit bewundert, inspiriert ihn dazu. Er entwickelt Mischtechniken. Die Lehre von den Farben bewegt ihn. Er liebt Farben in ihren Schattierungen, in ihrer Substanz, mit ihren Gerüchen. Er durchdenkt sie, er bereitet sie sorgfältig vor.
Peter Almássy ist kein bunter Maler. Zu starke Farben fühlt er als Aggression, die ihm nicht liegt. Er malt auch nicht düster und dunkel, dazu ist er zu extrovertiert, zu bejahend bestimmt, zu sehr Freund des Lichts. Zarte Töne dominieren, blasses Blau, schüchternes Rosa, Ocker, Grau in feinsten Nuancen. Er macht die Endeckung von farbigen Schatten.
In freien Zeiten gibt es Reisen zum Licht. Zu Griechenland gesellt sich Zypern, nach Kalifornien ruft der Sohn. Das große Erlebnis ist und bleibt die Wüste: die Sahara, der Süden Algeriens mit den unfassbaren Formationen des Hoggar, die Libysche Wüste in Ägypten, der Yemen. Unzählige Stufungen von Licht und Schatten, Kanten und Linien. Das Auge vermittelt das existentielle Erlebnis der Unendlichkeit in Raum und Zeit. Ähnlich überfällt ihn drüben die Weite des Pazifischen Ozeans.
Er sucht nicht die Wiedergabe der Bilder, die die Netzhaut einsammelt. Das besorgt die Fotographie. Er betrachtet Natur, er erschaut und erlebt sie, Eindrücke bleiben hängen, werden von dem inneren Auge gespeichert und später im Atelier in Kunst umgesetzt. Impressionen, Stimmungen tauchen aus der Erinnerung im werdenden Bild neu auf.
Das Abenteuer Bild wird im Kopf geplant, manches Mal in Skizzen vorbereitet. Ob es gelingt, ist nie sicher. Es kann rasch glücken, es kann einen langen Prozess brauchen. Der Künstler zeichnet in die Fläche, er malt hinein, bis das Werk zu Ende ist. Erst wenn es zu Ende ist, wird signiert und nicht mehr angetastet.
Strukturen interessieren ihn, Steine, Sand, Gräser, ein Stück Baumrinde. Ein Teller im Kykladenmuseum inspiriert zum dreidimensionalen Bild. Ein Militärfahrzeug, im Krieg in der Wüste gestrandet, seither Wind und Sand überlassen: niemand weiß, welche Menschenschicksale sich in der Raserei des Kriegs um dieses Gefährt abgespielt haben. Ein Stück der Plane, ein Stoffätzen wird sechzig Jahre später in ein Bild nach Österreich geholt: "1944 abandoned". Aufgegeben für die Ewigkeit.
Alles ist Andeutung. Peter Almássy will nicht forscher Erzähler sein. Er ist Lyriker. Der Betrachter soll mit Phantasie seine Bilder erwandern, entdecken. Sie für sich ergänzen, auslegen, erobern. "der Torso ist schöner als die perfekte Statue" sagt er.
Für Peter Almássy ist sein Werk "eine Reise um die Welt, mit den Augen eines Malers gesehen." Eines Malers der Nachdenklichkeit, der unter hoher innerer Spannung seine persönliche Ästhetik entfaltet. Peter Almássy hat nun in seinem geliebten Atelierhaus, in seiner Geburtsstadt Raum und Zeit für Ernte und neue Saat. Wir haben von ihm viel Gutes gesehen und dürfen von ihm viel Gutes erwarten.
Kurt Jungwirth
Oktober 2004
Friday, September 27, 2002,
na
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© 1999-2002 Peter Almássy